PHYLLOBATES TERRIBILIS

Gift-goldener Frosch

Tiere mit intensiven Farben nutzen diese Farbpigmente um ihre potentiellen Feinde vor der von ihnen ausgehenden Gefahr oder dass ihr Fleisch schlecht schmeckt, zu warnen. Auch der goldene Frosch (Phyllobates terribilis), der wegen seiner leuchtend gelben Farbe so benannt wurde, macht hier keine Ausnahme und nutzt diese Funktion durchaus zu Recht, denn er ist als der giftigste Frosch der Welt bekannt.

Er misst im Durchschnitt nur fünf Zentimeter, aber sein Körper ist von einem Gift so stark bedeckt, dass ein einzelnes Milligramm die Fähigkeit hat, 10 bis 15 Männer oder zwei afrikanische Elefanten zu töten. Das bedeutet, dass ein Gramm Gift 15.000 Menschen töten könnte.

Der Frosch Terribilis lebt in Kolumbien im Regenwald der Pazifikküste. Leider ist der Lebensraum aufgrund der wahllosen Abholzung von Bäumen und des massiven illegalen Bergbaus reduziert worden und derzeit stark vom Aussterben bedroht.

Das mächtige Froschgift wird seit Jahrhunderten von indigenen Kulturen wie der Emberá verwendet, um die Spitzen ihrer Pfeile und Speere zu präparieren. Aus diesem Grund werden diese Frösche auch als Pfeilfrösche bezeichnet. Einmal angewendet, funktioniert das Gift auch nach dem Trocknen noch für mehrere Jahre.

Trotz seiner Gefahr wird das Gift des goldenen Frosches untersucht, um Analgetika zu entwickeln die laut der Nationalen Akademie der Wissenschaften von Kolumbien bis zu 200 mal stärker sein können als Morphium. Das wäre eine gute Sache. Doch leider jagt auch die Pharmaindustrie diese Frösche illegal. Zudem entwickelt die Froschhaut das gewünschte Gift nicht, wenn die Spezies in Gefangenschaft und isoliert von Insekten ihres Lebensraums gezüchtet wird.